Mit Ruhe und Kompetenz für die Sicherheit Frankfurts

Ein leicht frostiger Septembersamstag kurz nach sieben Uhr früh: Während seine Freunde noch schlafen, wartet Malteser Gruppenführer Lukas Fischer auf dem Gelände des Osthafens im sogenannten Bereitstellungsraum mit Schutzkleidung und Helm auf seine Alarmierung. Fischer ist einer der 450 Katastrophenschützer bei „Frankopia“, einer Großübung der Unteren Katastrophenschutzbehörde der Stadt Frankfurt ausgerichtet vom Ortsverband des Technischen Hilfswerkes, dem Kreisfeuerwehrverband Frankfurt sowie dem Malteser Hilfsdienst. 

„Die Frankopia-Übung ist jedes Jahr ein Highlight,“ sagt Fischer „Gemeinsam mit vielen anderen Organisationen trainieren wir hier einmal im Jahr unter sehr realen Bedingungen die Bewältigung einer Großschadenslage mit vielen Verletzten. Diese möglichst gut und effizient zu versorgen ist eine große Herausforderung und gleichzeitig eine Chance.“

 

Gemeinsam Frankfurt und seine Bevölkerung schützen

Für Übungsleiter Johannes Pranghofer, Projektleiter am Malteser Bildungszentrum ist „Frankopia“ nicht nur eine Chance, sondern absolute Notwendigkeit: „In einer Großstadt wie Frankfurt müssen wir uns mit allen Hilfsorganisationen gemeinsam auf Szenarien vorbereiten, die jederzeit passieren können, jedoch in ihrer Schadenslage so groß und komplex sind, dass wir sie nicht alltäglich erleben und auch nur gemeinsam lösen können.“

Vernetzt versorgen – dieses Prinzip wird nicht nur im Rahmen der Großübung „Frankopia“ gelebt – es ist Herzstück der sanitätsdienstlichen Versorgung in Frankfurt. Die mehr als 3.000 ehrenamtlichen Helfer der in der Arbeitsgemeinschaft Frankfurter Hilfsorganisationen (AGFH) zusammengeschlossenen Verbände leisten dazu seit 30 Jahren nahezu täglich einen Beitrag.

 

Bewährtes Übungskonzept geht in die zwölfte Runde

Die Großübung „Frankopia“ gibt es seit zwölf Jahren und sie ist immer neu, da jedes Jahr das Szenario verändert wird und die Hilfskräfte mit anderen Großschadenslagen konfrontiert werden.

Ab 8:00 Uhr morgens bis 17.30 Uhr abends werden diese verschiedenen Szenarien auf dem 4 km2 großen Gelände des Frankfurter Osthafens trainiert.

Mit 90 Fahrzeugen, einem simulierten Krankenhaus und 50 Verletzten wird der Ernstfall so realistisch wie möglich dargestellt.

So müssen beispielsweise hochgiftige Brände gelöscht, verletzte Personen unter schwierigsten Umständen gerettet und notfallmedizinisch versorgt werden sowie leichtverletzte Personen betreut werden.

 

Der Teamgeist ist entscheidend

Keine leichten Aufgaben also und am Ende des Übungstages wird auch Lukas Fischer „geschafft“ sein. Auf die Frage, warum er sich in der Freizeit solche Belastungen zumutet, betont Fischer nochmal den Teamgedanken der Übung: „Für andere Menschen da zu sein, ihnen zu helfen, ist tief in mir verankert. Aber ich mache es auch wegen des Teams. Wir halten zusammen und unterstützen uns gegenseitig– das will ich nicht missen.“